Kurz vor den Sommerferien tauschte die Klima- und Umwelt-AG der Stefan-Zweig-Realschule Endingen das Klassenzimmer gegen die Natur. Gemeinsam mit dem Riegeler Gewässerführer Armin Braun erkundeten die Schülerinnen und Schüler die besondere Gewässerlandschaft rund um Riegel und erhielten dabei spannende Einblicke in Ökologie, Gewässerkunde und die Geschichte der Region.


Schon die Anreise passte zum Thema: Am Morgen machte sich die Gruppe mit dem Fahrrad von Endingen auf den Weg nach Riegel. Dort erwartete die Jugendlichen ein abwechslungsreiches Programm, bei dem nicht nur zugehört, sondern vor allem selbst entdeckt und untersucht werden durfte.
Armin Braun erklärte anschaulich die Bedeutung der Elz, der Alten Elz und des Leopoldskanals und zeigte, wie stark die heutige Landschaft durch die Regulierung und Nutzung der Gewässer geprägt wurde. Besonders interessant war für die Gruppe der Besuch der Wehranlage, an der die Wasserführung in Richtung Alte Elz reguliert wird.


Anschließend wurde es praktisch: Ausgerüstet mit Keschern untersuchten die Jugendlichen die Elz und suchten nach kleinen Wasserlebewesen. Die gefundenen Tiere wurden gemeinsam betrachtet und mithilfe von Bestimmungsliteratur zugeordnet. So konnten die Schülerinnen und Schüler unmittelbar erleben, was Gewässerökologie bedeutet und welche Rückschlüsse die Tierwelt auf den Zustand eines Lebensraums zulässt. Geografie und Biologie wurden dabei direkt vor Ort erfahrbar.


Organisiert und ermöglicht wurde der Ausflug insbesondere durch Armin Braun sowie Manfred Schüler und Achim Lott vom Förderverein Erneuerbare Energien Endingen und dem Arbeitskreis Energie Endingen. Zum Abschluss wurden die Schülerinnen und Schüler noch zum gemeinsamen Pizzaessen eingeladen – eine schöne Anerkennung für die Jugendlichen, die sich während des gesamten Schuljahres in der Klima- und Umwelt-AG für Umwelt- und Klimaschutz engagiert hatten. Danach ging es mit dem Fahrrad zurück nach Endingen.
Die Exkursion ist zugleich ein Beispiel für die inzwischen enge Zusammenarbeit zwischen der Stefan-Zweig-Realschule und den örtlichen Akteuren im Klima- und Umweltschutz. Insbesondere Manfred Schüler begleitet die Arbeit der Klima- und Umwelt-AG regelmäßig mit Gastvorträgen und unterstützt gemeinsame Projekte. Auch beim Regio-Frühstück in Endingen und beim Klima- und Umwelttag der Realschule besteht seit mehreren Jahren eine rege Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Energie und dem Förderverein Erneuerbare Energien.


Dass sich dieses Engagement auch für die Jugendlichen lohnt, zeigte sich zum Schuljahresende noch einmal auf besondere Weise: Die Zehntklässlerin Vanessa Löffler wurde für ihr langjähriges Engagement in der Klima- und Umwelt-AG vom Arbeitskreis Energie und dem Förderverein Erneuerbare Energien mit einem Gutschein im Wert von 50 Euro ausgezeichnet.
Der Ausflug nach Riegel bildete damit einen gelungenen Abschluss des AG-Jahres: Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre Region aus einer neuen Perspektive kennenlernen, selbst praktisch tätig werden und erleben, dass Umwelt- und Klimaschutz nicht nur Unterrichtsthemen sind, sondern direkt vor der eigenen Haustür stattfinden.
Wie aktuell das Thema Wasser ist, zeigt sich in diesem Sommer besonders deutlich. Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen haben die Wasserstände zahlreicher Flüsse stark sinken lassen. Auch große europäische Flüsse wie Rhein und Donau sind von ausgeprägtem Niedrigwasser betroffen. Die Exkursion machte den Schülerinnen und Schülern damit unmittelbar deutlich, wie wichtig ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Gewässern und ihren Ökosystemen ist – und dass die Folgen klimatischer Veränderungen längst auch in unserer eigenen Region sichtbar und erfahrbar werden.
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